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Stencildrucktechnik in Anwendung auf Stoffdruck

> Schriftarten die für Stencildrucks geeignet sind findest du hier
> Stencils findest du hier
> Eine Anleitung zum Stenciln mit Lackfarbe etc. findest du hier

Was ist Stencildrucktechnik?

Das ist eine Anleitung zum Bedrucken von Stoff mittels stencildrucktechnik. Ich bedrucke damit Transparente und vor allem T-Shirts, aber auch alles andere stoffähnliche könnt ihr mit der Anleitung problemlos bedrucken. Ein Stencildruck ist eine Schablone, mit der ihr Bilder und Schriftzüge auf Stoff drucken könnt (oder auch Hauswände besprühen aber darum geht es hier nicht). Im einfachsten Fall wird nur ein Stencildruck benötigt (einfarbiger Druck). Es gibt aber auch mehrfarbige Drucke, für die teilweise, aus Stabilitätsgründen, 2 Stencildrucks benötigt werden. Wenn ihr mit einem Stencildruck mehrfarbig druckt, müsst ihr einfach die verschiedenen Felder in der jeweiligen Farbe ausmalen.

Was brauch ich alles:

  • Computer mit Drucker
  • Klebestift
  • Tageslichtprojektorfolie (gibt’s im 10erPack für 3€)
  • Harte Unterlage (z.B. Küchenarbeitsbrett)
  • Gegenstand mit harter Kante (z.B. Geodreieck)
  • Skalpel (für nicht einmal 4€ im Bastelladen)
  • Sprühkleber (für nicht einmal 8€ im Bastelladen)
  • Zeitung oder Papier als Unterlage
  • Stofffarbe und Pinsel (keine Tierhaarpinsel verwenden)

Wie designe ich ein Stencildruck?

Beim Designen von Stencildrucks ist es wichtig darauf zu achten, dass Stoffteile, die nicht bedruckt werden sollen, mit dem restlichen Stoff verbunden bleiben und keine Inseln entstehen. Dafür verwendet ihr üblicherweise Brücken die dann den Bereich, in dem Farbe aufgetragen werden soll, überbrücken. Die Brücken sind dann auf dem Druck selbst natürlich auch zu sehen. Ihr könnt aber durch schräge Brücken dafür sorgen, dass es kaum auffällt. Zum Designen von Stencildrucks gibt es im Download-Teil auch Schriftarten, die für Stencildrucks geeignet sind und natürlich auch schon fertige Stencildrucks. Wenn ihr neue Stencildrucks designt wäre es schön, wenn ihr sie uns zur Verfügung stellen könntet, damit auch Andere die Erzeugnisse eurer Kreativität nutzen können.

Wie wird das Stencildruck zum Stencildruck?

Ausdrucken und Aufkleben:

Zunächst druckt ihr das Motiv aus (Größe des Ausdrucks = Größe des Drucks auf T-Shirt, Transparent etc.). Danach kleben wir das Ganze auf eine Folie für Tageslichtprojektoren. Wenn die Platzierung auf dem DinA4 Blatt des Ausdrucks nicht mit der Position auf der Folie übereinstimmt, empfiehlt es sich den Rest des Blattes um das Motiv herum wegzuschneiden, um das ganze leichter platzieren zu können. Aber aufpassen nicht zu viel wegschneiden. Wenn ihr euch über die Platzierung im Klaren seit bestreicht ihr die Rückseite des Ausdruckes mit einem Papierklebestift und drückt ihn auf die Folie. Es empfiehlt sich mit einer harten Kante (z.B. Geodreieck) über den Ausdruck auf der Folie zu streichen, damit sich der Kleber besser verteilt und es keine Häufchen gibt.

Auschneiden:

Wenn der Ausdruck auf der Folie klebt, könnt ihr damit beginnen das Motiv auszuschneiden. Am besten lasst ihr den Kleber eine Zeit lang wirken sonst kann es passieren, dass beim Ausschneiden das Motiv auf der Folie verrutscht. Ich rate auf jeden Fall von Teppichmessern oder gar Scheren ab. Am besten nehmt ihr ein Skalpel (gibt es für nicht einmal 4€ im Bastelladen). Damit könnt ihr viel genauer und schöner arbeiten. Wenn ihr nicht gerade auf einem Tisch arbeitet, der sowieso morgen verschrottet wird, würde ich euch raten auch ein Küchenarbeitsbrett unterzulegen. Die Unterlage muss aber auf jeden Fall hart sein, da ihr sonst nicht genau arbeiten könnt. Und es ist ganz normal , dass euch bei größeren Motiven auch die Hand schmerzt oder euch die Lust auf das Ausschneiden vergeht. Macht dann lieber eine Pause bevor ihr euch euer Stencildruck vermiest. Es ist ärgerlich, wenn ihr euch nach einer Stunde Arbeit zum Schluss richtig fies verschneidet. Ein bisschen verschneiden ist erlaubt, aber ihr solltet abwägen, wann ihr das Motiv zu sehr entstellt habt. Ihr könnt euch auch gewollt „verschneiden“ um extreme Feinheiten wegzulassen und euch die Arbeit damit zu vereinfachen. Es empfiehlt sich, erst die kleinen Teile auszuschneiden und später die Größeren, da die Folie, wenn sie erst einmal größere Löcher aufweist, schwerer zu bearbeiten ist. Sobald ihr alles ausgeschnitten habt, zieht ihr das Papier von der Folie. Es muss nicht das ganze Papier runter, aber möglichtst vollständig, damit nachher weniger Farbe gesaugt wird.

Fertig ist euer stencildruck.

Wie drucke ich mit dem Stencildruck?

Vorbereitung für den Druck:

Wenn ihr jetzt etwas bedrucken wollt, nehmt ihr euer Stencildruck und sprüht die Seite, die auf den Stoff kommt, mit Sprühkleber ein. Aufpassen, dass ihr die richtige Seite einsprüht sonst wird das Motiv spiegelverkehrt. Zum Besprühen legt ihr am besten Zeitung oder anderes Papier unter. Es ist nicht nötig das ganze Stencildruck zu besprühen um die Löcher herum reicht vollkommen aus. Das spart Kleber und bewirkt, dass sich das Stencildruck später leichter vom Stoff lösen lässt. Wenn ihr den Kleber aufgetragen habt, müsst ihr ihn trocken lassen. Hier ist sehr wichtig, dass ihr ihn wirklich ganz trocknen lasst ansonsten zieht der Kleber in die Stofffasern ein und von da kriegt ihr ihn nur sehr schwer wieder raus. Falls es doch eimal passiert vorsichtig mit dem Skalpel abkratzen. Ich nehme immer die doppelte Trockenzeit, dann passt es sicher. Während der Kleber trocknet, könnt ihr euch euer Transparent, T-Shirt etc. herrichten. Der Stoff sollte zuvor einmal ohne Weichspühler gewaschen werden, damit die Farbe besser hält. Besonders wichtig bei gerade besorgten T-Shirts da noch Stärke im Stoff ist. Bei Transparentenstoff, der schon einmal gewaschen wurde und nicht zu dreckig ist könnt ihr das Waschen weglassen. Ihr solltet darauf achten, dass der Stoff wirklich glatt da liegt und Zeitung oder anderes Papier untergelegt ist. Bei T-Shirts zwischen Vorder- und Rückseite reinlegen, da ihr sonst den Vorderdruck auch teilweise hinten sehen werdet. Zum Bedrucken von Stoff verwende ich vorzugsweise Stoffacrylfarbe (wird als normale Stofffarbe verkauft) oder auch normale Acrylfarbe. Von Stofffarbe zum Sprühen rate ich ab, da der Stoff diese feine Farbe unter dem Stencildruck ansaugt und das Motiv dadurch entstellt.

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Der Druck

Wenn die Trockenzeit des Klebers vorbei ist, nehmt ihr das Stencildruck vorsichtig und platziert es auf dem Stoff. Aufpassen, dass sich die Folie nicht verbiegt und mit sich selbst verklebt. Also nicht an den Ecken anfassen sondern möglichst mit der ganzen Hand darunter fahren ohne selbst anzukleben. Das Stencildruck dann gut auf den Stoff drücken. Ab jetzt hängt es davon ab welche Farbe euer Stoff hat. Bei weiß ist nur eine ganz dünne Farbschicht nötig, bei schwarz eine dünne zum Grundieren und eine richtig dicke nochmal drauf. Ich beschreibe einmal für den Extremfall (schwarzer Stoff & weißer Druck). Bei weißem oder hellem Stoff benötigt ihr nur ganz wenig Farbe, bei schwarzem oder eher dunklem Stoff je nachdem wie die Farbe deckt eine 2te Schicht. Bei der ersten Schicht sollte aber in jedem Fall nur ganz wenig Farbe aufgetragen werden. Am Anfang tragt ihr die erste Farbschicht auf. Es empfiehlt sich nach einem gewissem System aufzutragen (also von Oben nach Unten etc.). Die erste Farbschicht ist nur zum Versiegeln des Stoffes und dient dazu, dass die zweite Schicht gut hält. Wenn ihr mit der ersten Schicht fertig seit, fangt ihr, nachdem die Farbe fest geworden ist, mit der 2ten Schicht an. Jetzt seht ihr das Motiv gut. Aber passt darauf auf, dass in der Rille, am Übergang von Stoff auf Folie, sich nicht mehr Farbe sammelt wie im Rest der Farbfläche sonst habt ihr nachher einen Rand. Wenn ihr alles aufgetragen habt heißt es erst Farbe verstauen, Pinsel auswaschen und dann das stencildruck vom Stoff lösen. Beim Ablösen kann es eventuell nötig sein, dass ihr bei besonders dünnen Brücken mit dem Skalpel den Stoff ablösen müsst. Aber vorsichtig und ohne in die noch frische Farbe zu kommen! Wenn ihr das stencildruck abgelöst habt, müsst ihr den Druck erst einmal trocknen lassen. Eventuelle Verbesserungen erst vornehmen wenn der Druck schon getrocknet ist. Da habt ihr wesentlich bessere Karten. Also wirklich erst einmal trocknen lassen. Wenn ihr weiß auf schwarz gedruckt habt, könnt ihr mit einem Edding Ungenauigkeiten nachbessern oder Kleckser übermahlen. Es is auch immer möglich nachträglich Farbe vorsichtig mit einem Zahnstocher aufzutragen (muss dann aber noch einmal trocknen). Wenn alles trocken ist, bügelt ihr am besten noch einmal über den Druck, damit sich die Farben noch einmal besser mit dem Stoff verbindet. Und fertig ist der Druck. Das Stencildruck könnt ihr nahezu unbegrenzt verwenden.

Waschen der Drucke:

Zum waschen der Drucke ist zu sagen, dass Handwäsche grundsätzlich schonender ist als Maschinenwäsche (vom Umweltschutz einmal abgesehen). Per Handwäsche sollte es bei keiner Farbe Probleme geben. Bei Maschinenwäsche ist es stark von der Farbe abhängig wie lange der Druck das mitmacht.
Also dann viel Spaß beim Selberdrucken.

Eure Kreaktivisten
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